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Die Aufführung von Alchemie umfaßt eine
ca. einstündige Film- und Klangprojektion. Das Grundmaterial dieses
Werkes zersetzt sich während der Alchemie, es vergeht. Jede Aufführung
ist daher einmalig und einzigartig.
Während der Projektion entstehen zunächst
kaum wahrnehmbare Formen, aus dem Nichts hervorgeboben und langsam pulsierend.
Allmählich sich offenbarende Strukturen werden brüchig, gewinnen
mehrdeutige Form, streben in die abstrakte Metrik der Filmemulsion. Die
Auflösung des Filmträgers ist unaufhaltsam und trifft die Performance
auf ihrem Höhepunkt: die Projektion verbrennt die Bilder und beendet
sich selbst.
Das Material, aus dem das Werk sich entfaltet, ist
eine vorbereitete 10 m lange Filmschleife. Diese Schleife wird während
ihrer Projektion zunächst mechanisch bearbeitet und anschließend
mit verschiedenen Chemikalien behandelt. Ihre Gestaltung und Auflösung
ist sichtbar.
Die damit verbundenen Geräusche führen
zu einem musikalischen Prozeß. Positioniert im Klangraum: die harmonischen
Spektren der Projektionsmaschinen, vibrierend. Das Zischen und Dampfen
der Chemikalien, durch Mikrofone verstärkt, formbar gemacht durch
Eingriffe in die Binnenstruktur des Klangs. Klangfarbe, als fließendes
Relief den Bleichungen des Bildes konform, schließend zersetzt in
spröde Partikel, zu Staub.
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